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Erfahrungen aus PJ-Besuchen, PJ-Zertifizierungen und Staatsexamensprüfunngen
In der ärztlichen Ausbildung unserer Studierenden stellt das Praktische Jahr (PJ) einen bedeutsamen Abschnitt dar: die Schwelle zum Übergang zur selbständigen ärztlichen Tätigkeit. Weil dieser Studienabschnitt so besonders wichtig ist, liegt uns auch die sorgfältige Auswahl und intensive Betreuung der PJ-Praxen sehr am Herzen.
Bevor ärztliche Kolleginnen und Kollegen bei uns als Lehrärztinnen und Lehrärzte tätig werden können, zertifizieren wir die Praxis. Hierbei werden gemäß einem entsprechenden Anforderungskatalog im persönlichen Gespräch die Voraussetzungen gemeinsam erläutert und erarbeitet. Dadurch haben wir neben dem kollegialen Austausch auch einen interessanten Einblick, wie unsere Lehrärzte und Lehrärztinnen arbeiten; denn beim Besuch in der Praxis sehen wir die Räumlichkeiten, lernen das Praxis-Team kennen und können mit den Kolleginnen und Kollegen die Vorstellungen und Erwartungen hinsichtlich der akademischen Begleitung von PJ-Studierenden besprechen. Sind alle Voraussetzungen erfüllt erfolgt die Zertifizierung. Das bedeutet für uns, dass wir die Studierenden regelmäßig, während ihrer Arbeitszeit in den Praxen besuchen. Bei dem Besuch liegt unser Augenmerk - neben dem kollegialen Austausch und einem offenen Ohr für Anregungen und Wünsche der Lehrärzt:innen – darauf, wie die PJ-Studierenden ihre Tätigkeit in der Praxis einschätzen. Es erfolgt während unseres Besuchs außerdem eine Konsultation einer Patientin oder eines Patienten, die wir im Anschluss kritisch diskutieren. Da alle Studierenden, die ihr PJ in der Allgemeinmedizin ableisten, in diesem Fach auch im dritten Staatsexamen geprüft werden, können wir ihnen mit diesem Gespräch zudem ein Gefühl für den Ablauf der bevorstehenden Prüfung vermitteln. Denn auch im dritten Staatsexamen müssen die Studierenden Patient:innen vorstellen, einen Vorschlag zu Diagnose und Therapie machen und sich einer Diskussion zu diesen Punkten stellen.
Das dritte Staatsexamen stellt die letzte Hürde vor dem Übergang zum Status der fertigen Ärztin bzw. des fertigen Arztes dar – deshalb ist sie ein großer Augenblick für die Studierenden, aber auch für uns als Prüfende. Nicht nur, dass wir uns an die Zeit erinnern, als wir selbst auf der anderen Seite der Prüfung standen und uns angespannt fragten, welche Fragen uns treffen würden und ob wir diese auch gut beantworten können. Dieser Moment ist für uns auch so besonders, weil wir Kolleg:innen anderer Fachrichtungen begegnen und selbst versuchen, ihre Fragen zu beantworten. Und letztendlich, weil wir die angehenden Ärzt:innen durch den Abschluss des Studiums in eine neue Welt führen – die Welt der ärztlichen Berufsausübung. Diesen Augenblick mitzuerleben ist jedes Mal wieder besonders schön.
PJ-Besuch in der Lehrpraxis Dr. Schröter, Osterburg
Ende Februar besuchte unsere Wissenschaftliche Mitarbeiterin Heike Grosse die Lehrpraxis von Dr. Volkmar Schröter in Osterburg, um sich von einer dort im PJ tätigen Studierenden und den Rahmenbedingungen vor Ort ein Bild zu machen. Die Praxis machte einen einladenden Eindruck: Ein modern gestalteter Empfangsbereich mit freundlichen Farben und ein aufmerksames Team empfingen sie. Dr. Schröter begrüßte Frau Grosse persönlich und stellte sie der anwesenden PJ-Studierenden vor.
Zunächst sprach Frau Grosse allein mit der Studierenden, um deren Erfahrungen in der Praxis zu erfahren. Diese zeigte sich sehr zufrieden mit den Arbeitsbedingungen und lobte insbesondere die Lernatmosphäre. Dr. Schröter sei ein engagierter und leidenschaftlicher Arzt, der sich viel Zeit für Fragen nehme. In den zwei Wochen in der Praxis habe sie mehr gelernt als im gesamten ersten Tertial. Auch das Praxisteam sei sehr kollegial, und es herrsche eine offene Kommunikation.
Anschließend begleitete Frau Grosse die Studierende bei der Konsultation einer 67-jährigen Patientin. Diese klagte über einen juckenden, stark geröteten Ausschlag mit kleinen Pickeln an den Oberschenkel-Innenseiten. Die Studierende ging strukturiert vor: Sie erklärte die Werte der letzten Blutuntersuchung verständlich, erfragte aktuelle Beschwerden und klärte mögliche Auslöser ab, wie Tierkontakt, Veränderungen bei Waschmitteln oder Seifen sowie neue Kleidung. Nach der Inspektion des Ausschlags fragte sie Frau Grosse zu Differentialdiagnosen und Therapieoptionen. Anschließend holte sie Dr. Schröter hinzu, der die Hautveränderungen ebenfalls begutachtete. Er vermutete einen infektiösen Ausschlag, verursacht durch Bakterien oder Pilze, nahm einen Abstrich und verordnete eine antimykotische Salbe mit antibiotischem Anteil. Frau Kruse wurde zugesichert, dass sie umgehend über das Ergebnis informiert werde.
Im gemeinsamen Gespräch mit Dr. Schröter und der Studierenden wurde deutlich, wie wichtig ihm die Wissensvermittlung ist. Er beschrieb seine Arbeitsweise und erklärte, wie er die PJ-Studierende schrittweise anleitet. Trotz seines vollen Terminkalenders nahm er sich Zeit, um Fragen zu beantworten und die Studierende in die Praxisabläufe einzubinden.
Mit dem Eindruck einer gut organisierten Praxis und einem engagierten Lehrarzt verließ Frau Grosse die Praxis. Wer Allgemeinmedizin praxisnah und fundiert erlernen möchte, ist bei Dr. Schröter an der richtigen Adresse.
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