Aktuelle Studien und Projekte
Familienmedizin in Deutschland und Brasilien – Aufbau eines binationalen Forschungsverbundes
Bereich: Professionsforschung
Betreuer: Professor Dr. Markus Herrmann
Ziel: Das Ziel besteht darin, eine familienmedizinische Perspektive in Deutschland zu stärken, sei es in der medizinischen Aus- und Weiterbildung als auch bei niedergelassenen Hausärzt:innen.
Zunächst werden im Rahmen zweier Forschungssemester 2011 und 2023 durch Herrn Prof. Herrmann gesammelten Erkenntnisse des brasilianischen Gesundheitssystems wissenschaftlich weiter aufbereitet. Dieses Wissen soll in einen binationalen Workshop mit entsprechenden brasilianischen und deutschen Institutionen und Personen einfließen, deren Konzeption und Durchführung in Deutschland einen ersten wesentlichen Schritt darstellt, um die Familienmedizin im deutschen Gesundheitssystem zu stärken.
Qualifizierungsprogramm für Lehrpraxen in der Allgemeinmedizin
Bereich: Lehrforschung
Betreuer: Professor Dr. Markus Herrmann
Studiendesign: Workshops, Schulungen und Pilotprojekte
Ziel: Das Projekt zielt darauf ab, ein umfassendes Qualifizierungsprogramm für Lehrarztpraxen in der Allgemeinmedizin zu entwickeln. Ziel ist es, Lehrärztinnen und Lehrärzte gezielt in ihrer Rolle als Ausbilder zu stärken und eine hohe Qualität der Ausbildung von Medizinstudierenden sicherzustellen.
Fördernde und hemmende Faktoren beim Auf- und Ausbau von Lehrpraxis-Netzwerken für die allgemeinmedizinische Lehre
Bereich: Versorgungsforschung
Betreuer: Professor Dr. Markus Herrmann
Studiendesign: Fokusgruppeninterview
Ziel: Was sind die wesentlichen Hemmnisse und Förderfaktoren für den Ausbau eines Lehrpraxis-Netzwerks? Im Rahmen des DEGAM (Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) Kongresses 2022 wurde im Zusammenhang einer vorherigen geplanten Promotion ein Fokusgruppeninterview mit niedergelassenen Allgemeinärztinnen/-ärzten, die bisher nicht als Lehrärztinnen/-ärzte tätig waren sowie mit bereits aktiven Lehrärztinnen/-ärzte und Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftlern, die mit der Konzeptionierung, Durchführung und Evaluation allgemeinmedizinischer Lehre betraut sind, durchgeführt.
Diese Daten wurden bisher nicht ausgewertet. Demzufolge wird als Startpunkt des vorliegenden Promotionsvorhabens die Transkription und Auswertung des Fokusgruppeninterviews als Grundlage der durchzuführenden Einzelinterviews dienen. Es sollen mittels qualitativen Einzelinterviews in der Region Sachsen-Anhalt tätige Lehrärztinnen/-ärzte, Nicht-Lehrärztinnen/-ärzte sowie weitere Akteure, wie Mitarbeiter/-innen der KVSA (Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt), das Studiendekanat Magdeburg sowie Lehrkoordinatorinnen/-koordinatoren der Allgemeinmedizin verschiedener Universitäten befragt werden. Als Sampling- und Auswertungs-Strategie wird die Grounded Theory gewählt.
Wahlpflichtfach „Weniger Stress, mehr Kompetenz“: Selbstfürsorge, kommunikative Kompetenz und professionelles ärztliches Handeln – (nicht nur) in der Allgemeinmedizin (Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg)
Bereich: Professionsforschung
Betreuer: Professor Dr. Markus Herrmann, Dr. Peter Vogelsänger, Dr. Dietlinde Rumpf
Ziel: Nach Abschluss eines Pilotprojektes im Wintersemester 2018/2019 bietet das Institut für Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg seit dem Wintersemester 2019/2020 ein Wahlpflichtfach zum Thema Selbstfürsorge, kommunikative Kompetenz und professionelles ärztliches Handeln an.
Parallel fand am Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik der Martin- Luther-Universität Halle/Wittenberg erstmals im Wintersemester 2019/2020 das Blockseminar ”Das ist ja interessant…!” Selbstfürsorge, kommunikative Kompetenz und professionelles Handeln für Lehrer*innen statt.
Die Teilnehmer*innen erlernen und praktizieren grundlegende Techniken der Achtsamkeit und Meditation in Anlehnung an die Kernübungen des ReSource-Projektes (Projektleitung: Prof. Dr. Tania Singer, Abteilung Soziale Neurowissenschaften am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig) aber auch Übungen der sogenannten ”Dritte-Welle-Verfahren” der Psychotherapie (DBT, MBSR, MBCT oder MBRP), die sie in ihrer physischen und psychischen Präsenz, beim Bewahren von Empathie und (Selbst-) Mitgefühl, im Umgang mit schwierigen Gefühlen sowie bei der Erarbeitung einer professionellen Beobachterfunktion in Bezug auf sich und andere unterstützen können. Sie vertiefen ihre Kenntnisse durch die Diskussion des Erlernten in der Gruppe.
Der häuslichen Übungspraxis und Dokumentation von Meditations- und Achtsamkeitsübungen kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die Teilnehmer*innen lernen Original- und Übersichtsarbeiten aus der Meditations- und Achtsamkeits-, Resilienz- und Empathieforschung sowie zur Studierenden-, Ärzt*innen- und Lehrer*innengesundheit kennen.
Darüber hinaus wurde bzw. wird in Magdeburg die Arzt-Patient*innen-Kommunikation in der Allgemein- und Familienmedizin und in Halle die Kommunikation im Klassenraum, mit Eltern und im Kollegium unter dem Gebot der Achtsamkeit und Selbstfürsorge dargestellt, geübt und reflektiert.
Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet, wobei bereits evaluierte Fragebögen und qualitative Interviews verwendet werden. In einer seit 2021 tätigen Arbeitsgruppe von Berliner und Magdeburger Wissenschaftler*innen (s. Kooperationspartner*innen) wurden die bisher verwendeten Tests evaluiert und das Testset optimiert auch mit dem Ziel, eine bundesweit angestrebte Datenerhebung verschiedener medizinischer Fakultäten zu unterstützen und harmonisieren.
KABOT
Bereich: Versorgungsforschung
Titel: KABOT – Vorsorgeuntersuchungen von kolorektalem und Prostatakarzinom aus hausärztlicher Sicht - aktuell sowie im zeitlichen Verlauf (Knowledge and belief over time)
Betreuer: Dr. Kay-Patrick Braun
Studiendesign: quantitative Survey-Studie
Zeitraum der Datenerfassung: 10/21 bis 3/22
Ziel: Untersuchung zum Wissen und Einsatz der Vorsorgeuntersuchungen des kolorektalen und Prostatakarzinom im hausärztlichen Bereich sowohl aus Sicht der Ärzt:innen als auch der Patienten aktuell sowie im zeitlichen Verlauf von 12 Jahren.
VERZUE
Bereich: Professionsforschung
Titel: Vergleich der Arbeitszufriedenheit von Hausärzt*innen in Europa
Betreuer: Dr. Kay-Patrick Braun
Studiendesign: quantitative Survey-Studie
Zeitraum der Datenerfassung: 09/23-12/23
Ziel: Untersuchung zur Arbeitszufriedenheit und zum Risiko eines ärztlichen Burnouts im Vergleich einzelner europäischer Länder.
INKOHA
Bereich: Professionsforschung
Titel: Interkulturelle Kompetenz von Hausärzt*innen
Betreuer: Dr. Kay-Patrick Braun
Studiendesign: quantitative Survey-Studie
Zeitraum der Datenerfassung: 09/23-12/23
Ziel: Untersuchung zur unterkulturellen Kompetenz und deren Einflussfaktoren in ausgewählten Regionen Brandenburgs und Sachsen-Anhalts
BPAM-Monitor – Evaluation und Weiterentwicklung des Blockpraktikums Allgemeinmedizin
Bereich: Lehrforschung / Versorgungsnahe Ausbildung
Betreuer: Professor Dr. Markus Herrmann, PD Dr. Martin Berwig, Ines Pericie-Brasch
Ziel: Mit Beginn des Wintersemesters 2025/26 wurde das Blockpraktikum Allgemeinmedizin (BPAM) curricular weiterentwickelt. Studierende präsentieren im Begleitseminar reale Patientinnen- und Patientenfälle aus ihren Lehrpraxen und diskutieren diese strukturiert nach dem SOAP-Schema sowie aus einer biopsychosozialen, patientenzentrierten Perspektive. Die bisher durch Kurzreferate vermittelten Inhalte werden künftig durch zwei am Institut entwickelte E-Learning-Module zu medizinischen und psychosozialen Themen ersetzt, die zugleich der Vorbereitung auf das BPAM dienen. Zur systematischen Beobachtung der Auswirkungen dieser Veränderungen wurde der BPAM-Monitor eingeführt. Mithilfe eines standardisierten Evaluationsfragebogens am Ende jedes Begleitseminars sollen Lernprozesse, Lehrqualität und die praktische Relevanz des BPAM kontinuierlich erfasst und perspektivisch auch Effekte eines Qualifizierungsprogramms für Lehrärztinnen und Lehrärzte monitoriert werden.
Implementierung und Evaluation einer Lehreinheit zur Professionalisierung im Querschnittsbereich Q7 („ImPro Q7“)
Bereich: Lehrforschung / Medizindidaktik
Betreuer: PD Dr. Martin Berwig, Professor Dr. Markus Herrmann, Professorin Dr. Bettina Hitzer
Ziel: Das Projekt untersucht die Implementierung und Evaluation einer neuen reflexiven Lehreinheit im Querschnittsbereich 7 „Medizin des Alterns und des alten Menschen“ an der Medizinischen Fakultät der OvGU Magdeburg. Ausgangspunkt sind Rückmeldungen von Studierenden, die Schwierigkeiten im Umgang mit älteren Patientinnen und Patienten sowie Spannungen zwischen ärztlichen Idealen und Versorgungsrealität berichten. Durch eine Lehrmethode des narrativen Schreibens und Perspektivwechsels sollen Empathie, Reflexionsfähigkeit und professionelle Haltung im Umgang mit alten Menschen gefördert werden. Begleitend wird qualitativ untersucht, wie Studierende diese Begegnungen erleben, welche Lernprozesse angestoßen werden und wie die Lehreinheit hinsichtlich Akzeptanz und Nutzen bewertet wird.
